Trio um Claus Debusmann sorgt für Bewegung und Begeisterung im Lalu 25.01.19

Heimspiel für den Rock ’n’ Roller
Von Jürgen Schoormann
HAMELN. Der Rock ’n’ Roll lebt – zumal, wenn ein Könner wie Claus Debusmann alias Mr. Red Shoes im Lalu des Hamelner Hefehofs gastiert und ihn Hausherr Jobst-Walter Dietz auch noch als früheren Hamelner Mitschüler willkommen heißen kann. Debusmann war mit zwei versierten musikalischen Begleitern angereist: Markéta Kubínóva am Cello und Nils Conrad an den Drums. Schon mit dem ersten Titel, „Play the Boogie, but well done“, spätestens aber mit dem „Jailhouse Rock“ hatten die drei den vollbesetzten Saal in Begeisterung versetzt. Und von Titel zu Titel steigerte sich der Beifall, besonders dann, wenn der Pianist den Kontakt mit dem Publikum suchte und zum Mitmachen aufforderte. Er ist der geborene Entertainer. Und sein Klavierspiel ist einfach unglaublich: technisch brillant, einfallsreich in den improvisierten Passagen, in rasantem Tempo und vollem Körpereinsatz. Aber Debusmann kann auch anders: gefühlvoll zusammen mit dem Cello „Ocean in Motion“ oder mit einem lyrischen Piano-Solo einem verliebten Paar in der ersten Reihe „mitten ins Herz“. Und dann wieder mit „Cool am Pool“ ein artistischer Tastenzauber im Funk-Stil. Sehr abwechslungsreich also die Programmfolge, zwischendurch immer wieder persönliche Anmerkungen, Anekdoten aus der Jugendzeit in Hameln. Schließlich noch ein Highlight: Bernd Wolters, Freund aus frühen Jahren, überraschte mit einem schönen Beitrag auf dem E-Bass. Außer als Begleiter des Pianisten konnten Cello und Schlagzeug in verschiedenen Soli ihre hohe Kompetenz beweisen. Eigentlich ist der Rock ’n’ Roll mit seinem harten Beat und den ständig wiederholten Riffs eine jugendliche Protestmusik, Sie drückte in den 1950er Jahren das Lebensgefühl eines jungen weißen Publikums gegenüber einer als spießig und prüde empfundenen Elterngeneration aus. Aus einer Mischung von Rhythm and Blues, Boogie und einer Prise Country hervorgegangen, wurde Rock ’n’ Roll bis weit in die 60er Jahre hinein zu einem ernsthaften Konkurrenten des traditionellen und modernen Jazz. Nach gut 20 Titeln, mehreren Zugaben und über zweieinhalb Stunden musikalischem Feuerwerk hatte das begeisterte Publikum im Hefehof ein Einsehen und entließ – dankbar für ein besonderes Konzerterlebnis – das Trio in die Garderobe.
Dewezet 28.01.2019