Grotesk, kurzweilig – einfach gelungen
Herrliches Chaos mit den „Bösen Schwestern“

Von Wilfred Gebauer HAMELN. Tag der offenen Tür im Herz-Maria-Jesu-Altersheim. Es geht drunter und drüber. Im Zentrum des Geschehens: der ungarische Exportschlager Anita Palmerova (Chris Palmer) und die kleine nervige Freundin Magda „Matischku“ Anderson (Adrian Anders). Das Publikum im voll besetzten Lalu liebt – wie immer – das Chaos. Palmer und Anders sind „Die bösen Schwestern“. Das Duo aus Hannover punktete am Samstag mal wieder mit seinen wilden Geschichten um das fiktive Seniorenheim, in die immer auch sozial- und gesellschaftskritische Untertöne einfließen. Der im Heim stattfindende Literaturzirkel fand dann irgendwie doch nicht statt. Magda wollte nicht aus der „Wanderhure“ lesen und es fehlte an den von Anita zurechtgelegten Büchern. Trotz aufgestelltem Foto von Marcel Reich-Ranicki. Im Hintergrund immer wieder Eierlikör Es war so viel, was im Heim Verwirrung stiftete. Da waren 40 syrische Physiker, die Kartoffeln schälen. Besser als Raketen zu bauen. Oder die fünf thailändischen Kimmi’s die das Buffet im Foyer herrichteten. Es war zwar das Essen von Dienstag, aber es sah nett aus. Immer unterbrochen von Gesangseinlagen wie zum Beispiel „So ein Pony“ aus der Fernsehserie „Die Kinder vom Immenhof“. Oder die Cowboylieder: „ Schnell wird die Bühne zum „Reitplatz“ umfunktioniert. Herr Jürgen, das sitzende und leise wiehernde Pferd sitzt auf dem Stuhl. Darauf Herr Müller von „Essen auf Rädern“. Gemeinsam mit dem Publikum geht es hinaus in die Weiten der Prärie des Cowboys Jimmy Joe. Pferdegetrappel und die wild stampfende Büffelherde liefert das Publikum . Es war ein kurzweiliger grotesker Abend im Kaminzimmer des Herz-Maria-Jesu-Altenheims wie ihn das Publikum lange nicht gesehen hat . Dewezet 10.04.2017