Eamonn McCormack und Claptonmania im Lalu

Hameln. Dieser Abend im Lalu ist ein musikalisches Glanzlicht, mit seiner dichten Atmosphäre und einem ausgelassenen Publikum ein Geschenk für alle, die dabei sind. Gleich zu Beginn zeigt Eamonn McCormack mit seinem Trio, was druckvoller Blues-Rock ist, wenn man wie er irische Wurzeln und amerikanische Jahre in sich trägt. Die Zuhörer im vollen Lalu können dem Dampf, mit dem McCormack seine Songs in den Saal drückt, nicht entkommen. Der Knopf zum Leisedrehen war nicht in seiner Erbmasse. Rau und ungeschliffen klingt seine Gitarre, schweißtreibend sind seine Soli. Er hat nicht nur mit den Großen des Blues und Rock gespielt, er ist selbst einer, das wird vom ersten Ton an deutlich. Und er hat eine deutliche musikalische Nähe zu seinem Freund und musikalischen Weggefährten Rory Gallagher, auf dessen letzter CD McCormack dabei war. „Calling Card“ ist nicht nur eine Hommage, sondern auch ein fulminanter Blues, der an die Seele geht. „It ain’t so funny, when your brother died.“ Der früh verstorbene Gallagher hat damit nicht sich selbst gemeint, aber McCormack tut es wohl. Nach einer kurzen Umbaupause legt Tom Freitag mit seiner Band Claptonmania los.

Und sie kommen nicht allein, werden unterstützt vom Gitarristen Hilly Billy aus dem Münsterland und dem amerikanischen Blueshamelner Greg Copeland, der den Sheriff erschießt, „Crossroads“ und andere Clapton-Songs mit der Band singt. Der neue Drummer Sascha Suso zieht mit seiner Spielfreude und seinem Bewegungsdrang die Blicke der Gäste magisch an. Zum runden Ende steigt dann Eamonn McCormack noch einmal auf die Bühne – und spätestens jetzt geraten die Fans aus dem Häuschen. Drei Gitarren im Trialog, nicht nur laut und schnell, sondern auch mal innehaltend, runterfahrend, Anlauf nehmend für die nächste Abfahrt – dafür sorgt der „moderierende“ Hilly Billy. So schön der Abend war, man muss sich Sorgen machen, wenn Tom Freitag, Initiator und Organisator, ankündigt, diese erste Blues Night solle nur der Beginn einer Tradition sein. Was soll da noch kommen? Es wird nicht einfach sein, dieses Niveau und diese Stimmung zu steigern.

Von Stefan Gliwitzki Dewezet 06.10.14