Rebekka Bakken verzaubert das ausverkaufte Lalu

Hameln.
Vierzig ist für manche ein Alter, das auf Vergangenes zurückschauen lässt und den Blick auf Zukünftiges richtet. So mag auch Rebekka Bakken, die ihr künstlerisches Schaffen im Jazz begann, nach zwei schönen, aber unentschiedenen Platten überlegt haben, wohin ihr Weg gehen soll. Begeisterte sie 2005 bei ihrem letzten Konzert im Lalu noch mit überwiegend jazzigen Arrangements, so pendelte ihr Auftritt im Pavillon Hannover vor gut zwei Jahren zwischen allen Stilen. Das enttäuschte zumindest die Jazzfans. Mit ihrer neuen CD „Morning Hours“ scheint die Entscheidung gefallen zu sein: Folkpop, wenngleich mit jazzigen, bluesigen, souligen oder rockigen Untertönen, soll es sein. Vielleicht gelingt der Norwegerin deshalb am Freitagabend im ausverkauften Lalu ein in sich schlüssiges Konzert, das konsequenterweise allein neun Songs des neuen Albums vorstellt, auf dem immerhin die Gitarrenlegende Marc Ribot spielt und welches Craig Street produzierte, der neben Cassandra Wilson einer gewissen Norah Jones zu Weltruhm verhalf. Bakkens Lieder kreisen überwiegend um das Thema Liebe. Wie Kölnischwasser auf der Haut soll die Nähe des Geliebten allgegenwärtig sein („Like Cologne“). „In The Early Morning Hours“ beschwört romantische Tageszeiten, den frühen Morgen wie den anbrechenden Abend, jenseits der Alltagshektik. Obwohl ihre Texte nicht autobiografisch seien, erzählt Bakken zu „Not A Woman“ von einem Mann, der ihre Telefonnummer bekommen habe, jedoch erst am vierten Tag anrief. Einen Tag zu spät freilich. Ihr Produzent verhalf schon Norah Jones zum Durchbruch: Rebekka Bakken.