„Das wollte ich mir auch diesmal nicht entgehen lassen“

„Das wollte ich mir auch diesmal nicht entgehen lassen“

Das zehnte Konzert der Coffee House Jazzband zwischen den Jahren im LaLu / Abschied von Drummer Martin Härtel

Von Wolfhard F. Truchseß Hameln.

„Ich kenne die Coffee House Jazzband schon seit mehr als 30 Jahren und habe im LaLu noch keines der Konzerte zwischen den Jahren versäumt. Das wollte ich mir auch in diesem Jahr nicht entgehen lassen.“ Ingrid B., die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, schwärmt von den Auftritten der zwar mittlerweile in die Jahre geratenen Herren, die nur dank ihres jungen Schlagzeugers nicht als reine Rentnerband bezeichnet werden dürfen.

Sechs der sieben Musiker sind mittlerweile zwischen 60 und 70 Jahren alt, was ihrem Gefühl für einen wunderbaren, softigen Dixiesound aber keinen Abbruch tut. Alfred Finke, Chef der Truppe, war am Mittwochabend total überrascht, dass das LaLu im Hefehof wiedermal brechend voll war. „Dashätte ich bei diesem eisigen Wetter nicht erwartet“, erklärte Finke und freute sich, so viele Menschen begrüßen zu dürfen. „Ich sehe hier ganz viele Gesichter, die auch im vorigen Jahr da waren“, strahlte er in die Menge.

Es sollte ein Konzert des Abschieds von Coffeeehouse-Schlagzeuger Martin Härtel werden. Der 43-Jährige aus Völksen wechselt in die Bigband des Flughafentanzorchesters in Langenhagen, hat aber noch für einen kompetenten Nachfolger gesorgt, der im LaLu sein Debut gab: Uli Schmöe sitzt künftig an den Drumms und zeigte gleich, was er drauf hat. Statt „Good bye Johnny“ hieß es kurz vor der Pause „Good bye Martin“, gesungen von Alfred Finke und seinen Mitstreitern, ehe Härtel ein Fotobuch mit Aufnahmen aus 17 Jahren erfolgreicher Arbeit am Schlagzeug überreicht wurde. Es war übrigens bereits das zehnte Konzert zwischen den Jahren im LaLu und hat damit für viele Besucher schon eine echte Tradition. Man trifft sich nach den anstrengenden Weihnachtstagen, kann locker miteinander reden, die Musik genießen und dabei den Körper zum Rhythmus der Bourbonstreetparade swingen lassen oder den Stevedore Stamp kräftig klatschend begleiten.

Den Coffehouse-Jazzern war der Beifall ihrer jungen und vielen schon älteren Fans gewiss, von denen einige sich noch der legendären Auftritte der Band in der leider schon lange nicht mehr existierenden Jazzkneipe „Szene“ an der Ruthenstraße erinnern. Der Posaunist Alfred Finke ist übrigens der letzte noch verbliebene Musiker aus der Gründerzeit der Coffee House Jazzband. Der stete Wandel in der Besetzung und das reifere Alter der Dixie-Jazzer haben auch zu einem Stilwandel geführt. Der Ton ist weicher geworden, der Rhythmus sanfter. Aber tolle Musik macht die Band noch immer.