Zwingenberger-Brüder im Lalu wie im Boogie-Woogie-Rausch

Musikalisches Feuerwerk vom begeisterten Publikum frenetisch gefeiert
Von Andrea Gerstenberger © Dewezet 27. April 2008 Hameln.

Boogie Woogie der absoluten Extraklasse stand am Freitagabend im Lalu Traumtheater auf dem Programm. Axel Zwingenberger, einer der besten Boogie Woogie Pianisten der Welt und 2007 aufgenommen in die „Boogie Woogie Hall of Fame“ in den USA, war mit seinem Bruder, dem Jazz Schlagzeuger Torsten Zwingenberger, zu Gast. Und was die beiden boten, war ein mitreißendes Feuerwerk, das vom begeisterten Publikum frenetisch gefeiert wurde. Axel Zwingenberger, der den Großteil seiner Konzerte eher in den USA, Südamerika, England oder Afrika gibt und hier in der Heimat meist nur noch auf besonderen Events zu hören ist, genoss den direkten Kontakt zum Publikum. Plauderte im ersten Teil gern über den Ursprung der einzelnen Stücke und sein Hobby, dem Fotografieren von Dampfzügen. Und so war denn auch der „Honky Tonk Train Blues“ ein besonderer Leckerbissen. Von Torsten wurde in einem genialen Schlagzeugsolo soundmäßig eine schweren Dampflok in Rollen gebracht, bevor dann Axel am Piano einstieg und dieser Klassiker von 1927 zum ersten Höhepunkt des Abends wurde. Meisterleistung des Pianisten Mit hohem körperlichem Einsatz spielten die gebürtigen Hamburger dreieinhalb Stunden und das Publikum forderte danach noch mehr. Wobei gerade die zweite Hälfte, in Sachen Fingerfertigkeit, eine Meisterleistung des Pianisten war. Zwar ließ er immer wieder seinen Bruder Torsten mit grandiosen Schlagzeugsolos im Vordergrund stehen, aber Axel Zwingenberger am Piano zu erleben war ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Die beiden Brüder spielten sich und das Publikum förmlich in einen Boogie-Woogie- Rausch, der jede Pause zwischen den Stücken, jede erklärende Ankündigung überflüssig machte. Allein eine Session dauerte mehr als eine halbe Stunde und davon war jede Minute ein Genuss. Es war schwer zu glauben nur zwei Musiker und ihre Instrumente vor sich zu haben. Gerade an den Drums vermutete man zeitweise mehr Hände. Die Leichtigkeit und Spielfreude des Mannes am Klavier ließ zu Unrecht in den Hintergrund treten, wie viel Können und Übung nötig ist, um so zu spielen. Bonbon am Schluss, Axel Zwingerberger holte Nils von der Leyen aus Hannover an den Flügel, der zeigen konnte, warum er gleich für ein eigenes Konzert im nächsten Jahr verpflichtet wurde.