Skulpturen, Bücher, Bilder – „Den typischen Neff gibt es nicht“

62-Jähriger aus Bisperode hat viele verschiedene Talente und Hobbys Bisperode (sto).

Weil es ihm in der Stadt zu laut war, ist Peter Neff vor einigen Jahren von Hameln nach Bisperode gezogen. Im idyllisch gelegenen Ruhkamp sammelt er das, was er für seine Arbeit braucht – Inspiration, Kreativität, Intuition und Ruhe zum schöpferischen Nachdenken über sein nächstes Projekt. Wird es ein Bild? Eine Skulptur? Eine Plastik? Ein Lichtobjekt? Ein Buch? Oder alles zusammen? Seiner Vielseitigkeit sind kaum Grenzen gesetzt. Peter Neff ist Maler, Bildhauer und Schriftsteller. Offen für Künste aller Art Ein Künstler, der sich nicht festlegen lässt und der in keine Schublade gesteckt werden will, der für Kunst aller Art offen ist und der Freude am Experimentieren hat. „Den typischen Neff gibt es nicht“, betont der 62-Jährige. Mut zum Experiment hat er auch bewiesen, als er sich mit 58 Jahren von seinem Beruf als Elektromeister verabschiedete, um sich voll und ganz der Kunst zu widmen. Obwohl er finanzielle Abstriche in Kauf nehmen musste, hat Neff seine Entscheidung nicht bereut. Im Gegenteil. Es sei der richtige Entschluss und der richtige Zeitpunkt gewesen. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, habe er sich gesagt. Sein Motto: „Irgendwann sollte man sich entscheiden, ausgetretene Wege zu verlassen.“ Das intensive künstlerische Schaffen von Peter Neff begann 1996 mit dem Entwerfen von Objekten und Skulpturen. Fast zeitgleich kam die Malerei dazu. Der Autodidakt arbeitet mit den unterschiedlichsten Materialien – Speckstein, Holz, Alabaster, Gips, Industrieglas, Blech, Edelstahl, Schiefer und Schaufensterpuppen, um nur einiges zu nennen. Beim Malen seiner vorwiegend farbintensiven Abstraktionen verwendet der Allroundkünstler Öl und Acryl. Der Phantasie freien Lauf lässt der gebürtige Hamelner darüber hinaus mit seinen Collagen. Hat Neff in Bisperode seinen Kopf „frei gepustet“ und neue Ideen getankt, fährt er in sein Atelier im Hefehof 26, das er sich mit anderen Künstlern teilt, um dort seine geistigen Einfälle auf die Staffelei zu bringen oder eine Skulptur zu entwerfen: „Das passiert auch mitten in der Nacht, denn ich bin ein Nachtmensch.“ Einfälle werden bei ihm sofort in die Tat umgesetzt. Das gilt auch fürs Schreiben. „Ich trage immer Papier und Stift bei mir“, sagt der Autor Peter Neff. Gedanken und alltägliche Begebenheiten notiert er sofort, könnte es doch sein, dass sie irgendwann Stoff für ein Buch liefern. So war es beispielsweise mit seinem ersten, 2004 erschienenen Buch „Mit Axt und Veilchen“. Es enthält Aphorismen, Satiren und Gedichte. Weitere Bücher von Neff: Schneeflocken fangen, Werkschau, Dreiviertelleben und Quergedacht – herausgegeben vom GG-Verlag Hameln. Sein neues Buch, das er im November im Lalu vorgestellt hat, heißt „Leicht ätzend“. Neff ist Mitglied der Künstlervereinigung Werkhaus Hessisch Oldendorf sowie der Kestnergesellschaft Hannover und bekannt durch etliche Ausstellungen und Autorenlesungen. Seine schriftstellerische Tätigkeit übt der „Hefehof-Künstler“ in seinem Domizil in Bisperode aus. „Die dörfliche Ruhe kommt mir beim Schreiben zugute“, hat Peter Neff festgestellt.

© Dewezet 10. Januar 2008