„Nachtausgabe“: Simon & Garfunkel Revival Band im „Lalu“ bejubelt

Songs, die Erinnerungen wecken

Karin Rohr Dewezet 18. November 2008 Hameln.

Ein paar sanfte Gitarrenklänge genügen: „Das ist doch…?“ Ja, „America“, einer der legendären Songs von Simon & Garfunkel. Verzaubert summt das Publikum mit. Man braucht nur die Augen zu schließen und die Illusion ist perfekt: Die zwei Musiker, die hier auf der Bühne des Hefehof-„Lalu“ Balladen aus den 60er und 70er Jahren vortragen, wirken authentisch, sind so atemberaubend präzise und facettenreich im Gesang wie die Originale. Doch da oben stehen nicht etwa die „echten“, sondern Michael Frank und Guido Reuter von der Simon & Garfunkel Revival Band. Und die macht bei der ausverkauften „Nachtausgabe“ am Montagabend ihrem Namen alle Ehre. „So gut wie noch nie“, findet ein Zuhörer die „Erweckungs“-Jungs. Er erlebt sie bereits zum vierten Mal. Doch dieser Auftritt toppt alles. Die beiden Sänger, die auch an ihren Instrumenten Virtuosität und Können verraten, sind nicht allein gekommen: Multitalent Sebastian Fritzlar (Bass, Klavier und Trommel), Mirko Sturm (Schlagzeug) und Sven Lieser (Gitarre) sind mit von der Partie. André Schrader sorgt an der Technik für den guten Ton. Und die Songs kommen an, wecken Erinnerungen. Gefühlsintensive, sanfte Balladen wie „Homeward Bound“, „Mrs Robinson“, „The Boxer“, „Bridge Over Troubled Water“ oder „Scarborough Fair“ weichen kraftvollen, rockigen Stücken, die viel Spielraum für eigene Interpretationen und schwindelerregende Soli der Instrumentalisten lassen. Dann wird’s wieder leise. Ein Wechselbad. Von der ersten Minute an nimmt diese Revival Band das Publikum mit: Die Zuhörer klatschen, jubeln, feiern die Musiker frenetisch. Vergangenheit wird lebendig: Nostalgie füllt den Raum. Egal, ob Simon & Garfunkel oder Simon solo – die fünf Musiker haben es drauf, servieren zarte Melodienbögen, peitschende Rhythmen oder krachende Trommelwirbel mit gleicher Leidenschaft und Professionalität. Zum Abschied: „The Sound of Silence“. Endlich! Andächtig lauscht das Publikum. Und fordert Zugaben, Zugaben, Zugaben…