Zwischen Spaß und Ernst: Bert Engel Show im „Lalu“

Von Andrea Gerstenberger © Dewezet 13. Mai 2008 Hameln.

Es war die Bert Engel Show, mit der Detlef Wutschik und Matthias Brodowy am Freitagabend ins Lalu Traumtheater gekommen waren, und doch hieß der Star des Abends zweifellos Werner Momsen. Der Hamburger Malermeister, auf Kur in Bad Münder, traf den Nerv des Publikums so sehr, dass man vergaß, nur eine Puppe vor sich zu haben. Grandios bespielt von Detlef Wutschik sorgte er mit hanseatischem Humor und Dialekt für die sehr heiteren Momente des Abends, die das Publikum begeisterten. Eine mehr als gelungene Mischung aus Kabarett und Puppenspiel, Spaß und Ernst, frenetischem Applaus und Totenstille, war es, die diese Veranstaltung zu etwas Besonderen machte. Was zu Beginn mit Rudi Carrells „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer“, „Einmal um die ganze Welt“ und „Kalinka“ in die seichte Unterhaltung abzudriften schien, bekam mit dem Erscheinen von Werner Momsen eine ungeahnte Wendung. Gesangstalent unter Beweis gestellt Der Hamburger Jung erwies sich als wahres Multitalent. Nach der Pause stellte er sogar sein Gesangstalent unter Beweis. Hatte er doch für seine Lisbeth, den Klassiker „True Love“ aus dem Film „Die oberen Zehntausend“ umgedichtet und erntete mit seiner Version wahre Beifallsstürme. Doch nicht nur der Puppenspieler Detlef Wutschik zeigte, dass er singen konnte. Entertainer-Lehrling Matthias Brodowy, der bei dem 96-jährigen Bert Engel seine Ausbildung macht, war der eigentliche musikalische Teil des Duos. Sein Instrument war den ganzen Abend über der Flügel und auch er sorgte im zweiten Teil für eine gesangliche Überraschung, als er ein eigenes Werk über das Alter und sein unbegrenzten Möglichkeiten darbot. Immer wieder standen nicht nur heitere Momente auf dem Programm. Bert Engel, der letzte Vertreter der großen Gilde der Entertainer, Freund von Jopi Heesters und Ilse Werner, ließ einem dann auch mit dem Thema Künstler und ihr Wirken im 2. Weltkrieg, das Lachen im Hals stecken. Erstaunlich, wie gekonnt nach diesem stillen Teil des Programms kein Stimmungsabbruch erfolgte, sondern die Revue eine heiteren Ausklang fand.