Im Lalu begeisterte Dietrich Kittner am Freitagabend sein Publikum

Der „Elefant“ des Politkabaretts

Im Lalu begeisterte Dietrich Kittner am Freitagabend sein Publikum
Von Andrea Gerstenberger Hameln.

„Besser zermürben, als gar nicht überzeugen.“ Dieses geheime Motto seiner Bühnenprogramme legte der Kabarettist Dietrich Kittner nach seinem fast dreieinhalbstündigen Auftritt im Lalu offen. Und man war versucht, ihm Recht zu geben. Denn was als pointenreiches Feuerwerk begonnen hatte, zog sich nach den ersten zwei Stunden etwas mühsam in die Länge. Überaus gelungen war der Auftakt. Der als „Elefant“ des politischen Kabaretts bezeichnete Hannoveraner las seine Version der Tagesschau. Dabei informierte er über die Sanierung der Firma „BRD AG“, die damit liebäugelt, so unrentable Geschäftsbereiche wie Mecklenburg-Vorpommern zu veräußern, oder gezwungen sein könnte, das Filetstück des Unternehmens, den Großraum Frankfurt samt Flughafen, an die CIA zu verkaufen. Auch mit dem Thema Feinstaubbelastung durch Weihrauch in katholischen Kirchen begeisterte Kittner das Publikum. Wehmütiger Blick auf Stoibers Abgang Höhepunkt der Nummer zweifellos die Nachricht über eine Panne in der internationalen Terrorismusbekämpfung. War man doch dem gefährlichsten Mann der Welt in Heiligendamm so dicht auf den Fersen gewesen und hatte Georg W. dann doch wieder laufen lassen. Den weniger mitreißenden Teil seines Programms „Sehr geehrte Drecksau“ bestritt Kittner mit dem Verlesen seines Briefwechsels mit Kanzlern, Ministern und Behörden. Seine Stärke lag zweifellos im lockeren Plaudern mit dem Publikum. Über Nichtraucher, welche als nicht Steuern zahlende, länger die Rentenkassen belastende Spaßverderber die wahren Volksschädlinge sind. Oder als er erklärte, dass Roland Koch endlich mit dem Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ aufräumte, in dem er bewies, dass er allein dafür ausreicht. Natürlich durfte ein wehmütiger Blick auf den Abgang von Stoiber von der nationalen Politikbühne nicht fehlen – jenen Mann, der eine Arbeitsplatzgarantie für ihn und seine Kabarettisten Kollegen war. Auch wenn er es als ungerecht empfand, dass jener Edmund Pointen so selbstverständlich aus dem Ärmel schüttelte, für die er so hart arbeiten musste.

© Dewezet 03. Februar 2008