Nach 724 Jahren hat wieder ein Flötenspieler in den Bann gezogen

Das Trio Coppo begeisterte mit südamerikanischen Rhythmen im Lalu

© Dewezet 28. September 2008,
Von Andrea Gerstenberger

Hameln. Karibisches Flair erfüllte am Freitagabend das Lalu-Traumtheater beim Jazz-Club. Mit südamerikanischen Rhythmen, die vom ersten Takt an in die Beine gingen, eroberte das Trio Coppo die Hamelner Jazz-Fans. Dabei gab es allerdings nicht nur Latin-Jazz vom Allerfeinsten. Drummer Rolf Schawara aus Coppenbrügge traf mit seinen Kollegen Gunnar Hofmann an der E-Gitarre und einem überragenden Carsten Tamme an der Querflöte auch mit feurigen Salsa-Rhythmen und so manch mitreißender brasilianischer Samba den Nerv des Publikums. Fehlten nur noch ein paar Cocktails und man hätte sich im mit Palmen und exotischen Blumen dekorierten Hefehof wie auf einer Karibikinsel fühlen können. Für die richtige Stimmung sorgten die drei Hobbymusiker auf der Bühne allemal. Jeder für sich ein Könner, bildeten sie eine Mischung, die man nicht alle Tage zu hören bekommt. Dabei waren es nicht nur die überraschenden Arrangements, die begeisterten, und selbst Welthits wie Stings „English Man in New York“ zu einem völlig neuen Erlebnis machten. Absolut fasziniert lauschte man immer wieder der magischen Querflöte, die von Carsten Tamme, der im Hauptberuf Chirurg ist, mit einer Fertigkeit gespielt wird, die unglaublich ist. Mit einer erstaunlichen Klangvielfalt in Szene gesetzt, stand sie unangefochten im Vordergrund des Trios und auch nach drei Stunden mochte man sich nicht von ihr trennen. Nach 724 Jahren hat wieder ein Flötenspieler Hameln in seinen Bann gezogen. Die Querflöte verzauberte Neben Klassikern wie „Just the two of us“ oder „Friday Night in San Francisco“ von Al Di Meola spielte das Trio Eigenkompositionen von Gunnar Hofmann wie „La Siesta“. Obwohl von einem Gitarristen komponiert, war es auch hier wieder die Flöte, die in diesem ruhigen Stück verzauberte. Rolf Schawara zeigte sein Können nicht nur an den Drums und Percussions. Zum ersten Mal vor Publikum spielte er mit der brasilianischen Berimboa ein Saiteninstrument. Eine Session, die nicht nur dem Publikum mächtig viel Spaß machte. Die überspringende Spielfreude der drei Jazzer lässt hoffen, sie nicht zum letzten Mal gehört zu haben.