Jo Bohnsack sorgte mit seiner gewaltigen Stimme für viel gute Laune

Dewezet 08. September 2008 Von Andrea Gerstenberger Hameln.

Blonde Haare und doch so eine pechschwarze Stimme! Ausgelassene Spielfreude und ein atemberaubendes Tempo, in dem die Finger über die Tasten fliegen – damit begeisterte Jo Bohnsack im Jazzclub am Freitagabend im Lalu. Begeistert vom Kawai Flügel, bot der Westerländer, der zu den besten Boogie-Woogie-Pianisten der Welt gehört und in den USA schon zum „Piano Giant“ gekürt wurde, ein Feuerwerk der Improvisation. Ob mit Gershwins „Summertime“ aus „Porgy and Bess“ oder den zahlreichen Eigenkompositionen – Jo Bohnsack brachte das Lalu zum Beben und versetzte es in das schwarze New Orleans. Das „Sylter Nordlicht“ hieb so in die Tasten und mit den Füßen auf den Bühnenboden, dass das Bier aus den Gläsern schwappte und die Stimmung kochte. Aber nicht nur der Rhythmus und das spielerische Talent sorgten für Beifallsstürme und viel gute Laune. Bohnsacks gewaltige Stimme, die seit 30 Jahren in der Boogie-Woogie-Szene Aufsehen erregt, verfehlte auch an diesem Abend bei den Fans ihre Wirkung nicht. „Ein Scotch, ein Bourbon, ein Beer“, die Hamelner folgten gern der Aufforderung zum Mitsingen, und der Abschluss eines wieder mal gelungenen Jazz-Events wurde zum Happening für Pianist und Publikum, das den Piano-Giganten nur ungern gehen ließ.