Begeisternd gut: Chorisma meets Jazz

Mitreißender Chorgesang und Jazz-Standards

Von Ernst August Wolf Dewezet
09. November 2008 Hameln.

„Liebe – love and more“ hatten die 40 Sängerinnen und Sänger des Chores „Chorisma“ über ihr Konzertprogramm geschrieben. Was der seit Herbst 2006 existierende Chor im restlos ausverkauften Lalu seinen Fans präsentierte, das war dann auch zum Verlieben. Sei es die charmant-witzige Moderation des „Liebespaares“ Tanja und Stephen Meechan oder die Titelauswahl, die im ersten Set vom Begrüßungskanon und „Dat du min leevsten bist“, „In einem kühlen Grunde“ bis hin zum „Badewasser“-Klassiker der Comedian Harmonists reichte, „Chorisma“ überzeugte durch eine überdurchschnittliche Gesangsleistung. Reich beklatschte Solostimmen Die reich beklatschten Solostimmen von Tanja Adams und Heike Othmer bereicherten den Abend mit zwei nordischen Volksweisen. Dann allerdings ein scharfer Schnitt zum Raphael Becker-Foss-Quartett, das eine Auswahl bekannter Jazz-Standards interpretierte. Keine Frage, ein Highlight, nicht nur für Jazz-Enthusiasten. Mit Helge Adam (Piano), Dennis Schöne (Bass), Bandleader Raphael Becker-Foss am Schlagzeug und einem überragenden Lars Störmer (Saxophon) erlebten die rundum begeisterten Zuhörer im Lalu Jazz der Spitzenklasse, überragende Soli und einen außergewöhnlich gut disponierter Lars Störmer, dessen Improvisationen zu „My funny Valentine“, ganz im Stil von Miles Davis und Chet Baker, das Publikum von den Stühlen riss. Noch vor der Pause mussten die Jazzer stürmische Forderungen nach einer Zugabe erfüllen. „So etwas gab’s im Lalu noch nie“, stellte dessen Chef, Jobst-Walter Dietz begeistert fest und Chorleiterin Regina Rauch konnte ihre Spannung, wie wohl das Zusammenspiel zwischen „Chorisma“ aus Hameln und dem Berliner Jazz-Quartett klappen würden, nicht verbergen. Doch die Synthese aus Chorgesang und Jazz im dritten Set gelang aufs Allerbeste. Der nahezu perfekte Zusammenklang wurde möglich durch einen unverändert hoch motivierten und äußerst konzentrierten Chor, eine überaus feinfühlige Begleitung durch das Jazz-Ensemble, insbesondere durch Störmers fantasievolle Saxophon-Umrahmung, und eine dynamische und mit viel Energie leitende Regina Rauch.