Barrelhouse Jazzband begeisterte im Lalu

Unverkrampft und voller Überraschungen

Die Barrelhouse Jazzband begeisterte im Lalu mit ihrem unverwechselbaren Sound

Dewezet 09.03.2008. Von Alfred Finke Hameln.

Unter den vielen Jazzkonzerten, die im Laufe der letzten Jahre im Lalu im Hefehof zu hören waren, gehört das der Barrelhouse Jazzband ganz gewiss zu den schönsten, besten und musikalisch anspruchsvollsten. Die Frankfurter waren zu einem Sonderkonzert angereist, dem ein aufmerksames und sachkundiges Publikum lauschte. Auch Bigband-Nummern wiedergegeben Die Band begann zunächst harmlos mit dem aus den 1930er Jahren stammenden Stück „When my dreamboat comes home“ und stimmte die Zuhörer auf ihren unverwechselbaren Sound ein: ein unaufgeregter, absolut standfester Rhythmus im Hintergrund und darüber sehr harmonisch die Bläser in der für die Band typischen Besetzung mit Saxofon, Klarinette und Trompete – alternativ auch Posaune. Doch schon bei diesem ersten Stück schimmerten mit sauberem Bläsersatz und Harmoniewechsel die Feinheiten im Zusammenspiel durch. Das steigerte sich mit fortschreitendem Programm – immer leicht und locker, nie verkrampft, wie aus dem Ärmel geschüttelt und doch stets neue Überraschungen bietend. Dabei gelingt es der Band, auch als Bigband-Nummern geschriebene Titel vollklingend wiederzugeben. In ihrem Ellington-Medley fehlten nicht die bekannt-beliebten Stücke „Take the A-Train“, „Caravan“ oder „The Mooche“. Mit einem Spätwerk von Duke Ellington, „Out South“, zeigten die Bläser Reimer von Essen (Trompete), Frank Selten (Saxofone) und Horst Schwarz (Trompete/Posaune) ihr stilsicheres Können mit wunderbaren Bläsersätzen, im Wechsel mit kraftvoll-dynamischen Pianoparts von Jan Luley und filigranen Bass- Passagen von Cliff Soden. Dass Instrumentalisten auch gut singen können – was selten genug der Fall ist! – bewiesen die Bläser im Armstrong-Stück „Old Man Moses“ mit ausgezeichnetem mehrstimmigem Gesang; ein wahrer Ohrenschmaus! Einen weiteren Farbtupfer bildeten Kompositionen von Trompeter Horst Schwarz, die musikalisch in die Zeit des New-Orleans-Jazz zurückgehen: „The Barrelhouse Showboat“ und „Take us to the Mardi Gras“. Man konnte meinen, mitten in einer der bunten Karnevalsparaden von New Orleans zu marschieren, und sich vom typisch creolischen Rhythmus anstecken lassen, der sich im eindrucksvollen Schlagzeug-Solo von Michael Ehret furios steigerte.
© Dewezet 09. März 2008