A cappella – populäre Musik ohne Musikinstrumente

Theater und Lalu präsentieren eine neue A-cappella-Reihe im Hefehof / Ticket-Abo für alle vier Konzerte möglich

Von Julia Marre Hameln.

Es ist 20 Jahre her, dass ein Song permanent aus dem Radio schallte und die Hörer massenhaft zum Grübeln brachte: Macht der das alles mit dem Mund? Und: Wie geht das? Bobby McFerrins Song „Don’t Worry, Be Happy“ wurde 1988 gleich mit drei Grammies ausgezeichnet. Und brachte Licht in die schattige A-cappella-Szene. Dass die populäre Musik ohne Musikinstrumente heute mehr und mehr Platz im Unterhaltungszirkus einnimmt, ist kaum zu übersehen. In Deutschland sind die Kölner Wise Guys oder die 6-Zylinder erfolgreich. Und auch wenn die Prinzen bald zu Instrumenten griffen, so gehören auch sie zu den bekanntesten Vertretern des deutschen A cappella. Das Theater präsentiert ab dem 12. Januar eine A-cappella-Reihe, die „in sich stimmig ist“, wie Theaterdirektor Rainer Steinkamp findet. Nach der Comedian-Harmonists-Vorstellung in der vorletzten Spielzeit hat er die Entwicklung der Szene beobachtet. Und festgestellt: „Bei der Freiburger Kulturbörse gab es im letzten Jahr einen wahren Boom mit A-cappella-Gruppen.“ So kam Steinkamp auf die Idee, einige der Bands nach Hameln zu holen. Doch die treten nicht im Theater auf, sondern im Lalu. „Auf diese Weise ist eine Kooperation auch auf finanzieller Ebene zustande gekommen“, sagt der Theaterdirektor, der mit dem stilistisch unterschiedlichen Programm auch sehr verschiedene Zielgruppen ansprechen möchte. Und insgeheim überlegt, die Reihe vielleicht fortzusetzen: „eventuell mit Frauengruppen…?“ Los geht’s schon am Samstag, 12. Januar, mit La Le Lu. Die Hamburger nennen sich Gesangskomiker und fahren, so Steinkamp, auf der „Comedyschiene“. „Außerdem sind sie die einzige Gruppe, bei der auch eine Frau mitsingt.“ Neben der Erfüllung eines Musikwunsches dringt die Band singend ins Unterbewusstsein der Zuschauer ein und prüft, ob diese auch die Show verstanden haben. Anders hingegen die Düsseldorfer Gruppe Waschkraft. Sie nennt sich selbst Männergesangsverein und präsentiert eigene Kompositionen und Texte – sie gastieren am Donnerstag, 28. Februar, um 20 Uhr im Lalu. Wieder anders: Viva Voce, die erste A-cappella-Boyband Deutschlands, die ihren Stil als Vox-Pop bezeichnet und sich in der Szene bereits etabliert hat. „Alles erfolgreiche, junge Männer“, bewirbt Steinkamp das Konzert am Donnerstag, 17. April, im Hefehof. Und wieder anders: The House Jacks aus Amerika, die am Donnerstag, 22. Mai, ins Lalu im Hefehof kommen. „Die Band kann gute Stimmung machen und interpretiert die populärsten Titel“, weiß der Theaterdirektor. Übrigens: The House Jacks spielten bereits für den letzten Wahlkampf von Bill Clinton und standen mit James Brown oder den Temptations auf der Bühne. A-cappella im Abo: Die Konzertkarte kostet 18 Euro – Karten für zwei Konzerte kosten 16 Euro pro Stück, für drei Konzerte 14 Euro pro Stück und für alle vier Konzerte zahlt man 12 Euro pro Abend. © Dewezet 04. Januar 2008