Schöne Atmosphäre in der Shopping Mall des Hefehofs: Schülerinnen und Schüler des Fachgymnasiums Wirtschaft haben jetzt erarbeitet, warum es dort vielen Geschäften nicht so gut geht. Foto: Wal

Vor der zweieinhalbstündigen Projektpräsentation der Schüler begrüßte Schulleiter Rainer Manzau neben Spitzen aus Verwaltung und Wirtschaft auch den Eigentümer der Hefehof- Shopping Mall, Dr. Jobst-Walter Dietz. „Seit Mitte Oktober des vergangenen Jahres haben sich unsere Fachgymnasiasten des 12. Jahrganges intensiv und kritisch mit dem Industriedenkmal Hefehof auseinandergesetzt“, so Manzau. Unterstützt wurde die Projektgruppe von den Fachlehrern Wolfgang Nowotny (Betriebswirtschaft mit Rechnungswesen/Controlling), Thomas Rudsinske (Informationsverarbeitung) und Karl-Heinz Dieckmann (Volkswirtschaft).

Drei Jahre nach Eröffnung der ersten Hamelner Shopping Mall, die seinerzeit durch die Themenwelt „Rund ums Wohnen" geprägt worden war, bilanzierten die Jugendlichen dem Hefehof zwar einen guten Standort sowie ein reichhaltiges Angebot an Geschäften und Kultur, signalisierten aber, dass die wirtschaftliche Situation des Hefehofs zurzeit nicht die Beste ist. Zahlreiche Gespräche mit ansässigen Geschäftsleuten, Stammkunden und Durchlaufkundschaft ergaben, dass das Angebot in der Mall deutlich vergrößert und umfangreicher gestaltet werden müsste. Die Marktanalyse der Jugendlichen ergab, dass viele Hamelner noch nicht ein einziges Mal das Hefehof-Gebäude von innen gesehen haben. Wie der 18-jährige Jan-Phillip Klemme aus Ohr berichtete, sind hochwertige Produkte und Luxusgüter zwar ein Blickfang für das Auge, motivieren den Konsumenten allerdings nicht zum Kauf. „Die Sortimentsstruktur muss deutlich verändert werden“, so Klemme, „wer kauft sich schon täglich ein neues Klavier oder ein Wasserbett?“ Mit wenigen Ausnahmen fehlten die Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs. In ihrer umfangreichen Projektarbeit haben die Jugendlichen in beeindruckender Weise das Konsumverhalten der Bürger durchleuchtet und ein Marketingkonzept erarbeitet, das einen profihaften Eindruck beim Zuhörer hinterließ. Fachlehrer Wolfgang Nowotny lobte gegenüber dieser Zeitung das stets kooperative Verhalten des Hefehof-Eigentümers Dr. Jobst-Walter Dietz. „Auch wenn die Manöverkritik nicht immer positiv ausgefallen ist, hat uns Herr Dietz niemals Steine in den Weg gelegt und die Arbeit der Projektmitglieder ständig unterstützt.“ Dietz denkt jetzt über eine Konzeptänderung des Hefehofes nach. „Aufgrund der Ergebnisse mehrfacher Kundenbefragungen teilt das Hefehof-Center Hameln eine entsprechende Konzeptänderung mit“, heißt es in einem Schreiben.

Gemeinsam mit dem Hefehof-Management beschlossen die Geschäftspartner der Shopping Mall, den kundenseitig gewünschten breiteren Branchenmix anzustreben. Darüber hinaus wollen die Hefehof-Partner noch preislich attraktivere Angebote schaffen. „Die Chance zur Konzeptanpassung ist derzeit gegeben, da zwei Geschäfte zur Neuvermietung anstehen", ließ Dietz mitteilen. Der demnächst anstehende Umbau der abwandernden Jugendwerkstatt sorgt für zusätzliche Möglichkeiten, um die Ansiedlung weiterer Fachmärkte in der Mall zu ermöglichen.

© Dewezet, 16.04.2003