Eva Csomos und Simon Florentz. Foto: han

Eva Csomos, gebürtige Ungarin – jetzt wohnhaft in Hannover, und Simon Florentz haben gemeinsam ein künstlerisches Ausdrucksmittel gefunden, das in der heutigen Zeit vermutlich nur noch von wenigen verwendet wird. Denn noch heute dürfen die „Wandteppiche“ nur in einem Atelier in Bruno in Tschechien gearbeitet werden. Künstler, die sich für dieses Verfahren interessieren, können das Atelier mieten und vor Ort tätig werden. Die Tapisserien werden mit Vorliebe in der Architektur verwendet. Durch die Verarbeitung von farbigem Wollvlies, das geschnitten, gerissen und einander überdeckend angeordnet wird, entsteht eine unglaublich plastische Ansicht. Aus der Ferne betrachtet wirken die Figuren wie Scherenschnitte. Kommt man näher, erkennt man, dass in das Vlies Ausschnitte von Fotografien eingearbeitet wurden, was durch ein spezielles Umdruckverfahren möglich ist.

Ebenso arbeitet Simon Florentz mit dem Polaroidverfahren und lässt so wunderschöne kleine fotografische Werke auf Seide entstehen. Eva Csomos zeichnet für die Stoffarbeiten verantwortlich. Mit textilen Materialien Bilder zu gestalten, die eine angenehme, leichte Atmosphäre im Raum schaffen, ist ihre Leidenschaft. Durch die Verwendung von Filz und Wolle sowie andere textile Materialien entsteht ein phantastisches Raumklima. So verbindet sich das angenehme Lebensgefühl mit dem Angenehmen für das Auge.
Die nur scheinbar in ihrer Bewegung erstarrten Figuren (die Gesamtheit ergibt die Bewegung) auf den Wandteppichen bieten viel „Stoff“ für das Auge. Sie sind durch ihren sensiblen Ausdruck dem Tanz gewidmet. Die Ausstellung im Lalu ist noch sechs Wochen zu sehen.

© Dewezet, 27.08.2003