„Ach, jetzt sagen Sie doch auch mal ’was!“

Alix Dudel gastierte am Freitag Abend im Lalu/ Zugaben und Autogrammstunde nach unterhaltsamem Chansonabend

        Begleitet wird sie dabei am Klavier von Uli Schmid. Die klassische Vortragsweise der Chansons erinnert an die 20er Jahre. Verknüpft mit modernen Texten über künstliche Befruchtung und Travestie gelingt jedoch der große Sprung zwischen Gestern und Heute.

Gleich zu Beginn stellt die Künstlerin ihr eigenes Lieblingslied vor: „Der letzte Schrei“. Mit schauspielerischem Talent setzt sie sich gekonnt in Szene. „Darf ich mal durch?“ fragt sie selbstbewusst und veranlasst großes Stühlerücken im Saal. Auf die Schippe genommen werden allerdings nicht nur diejenigen, die mitten in der Theatervorstellung den Raum verlassen. Konservative Eltern, „Mami, wer bist du“-Talkshows und Krawatten sind weitere Ziele ironischer Kritik.

Ob Alix Dudel mit Federboa den „Vamp“ mimt oder wie ein Teenie von Wassersportlern schwärmt. Ob sie poetisch die Senilität besingt oder sich wünscht, einen Exhibitionisten zu treffen.
Die Diseuse schlüpft mit einer Leichtigkeit in unterschiedliche Rollen, die sie wohl ihrer 16-jährigen Bühnenerfahrung zu verdanken hat. Die Texte, meist von Schriftsteller Friedhelm Kändler, sind aus dem Leben gegriffen.

Die Reime („Plato“ – „bis dato“) einfallsreich und voller Witz. Ebenso ihre frech-bezaubernden Einleitungen: „Männer – man muss sie nehmen, wie sie sind – einen nach dem anderen!“ Ihre Geschichten erzählt sie mit hausfraulicher Unschuld und verruchter Lust. Mit dem verschmitzten „Ach, jetzt sagen Sie doch auch mal was!“ bezieht sie immer wieder ihr begeistertes Publikum mit ein. Auch für die Pause hält die ehemalige Radiomoderatorin eine elegante Ausrede bereit: „Ich rauche aus Mitleid. Die Zigarette braucht mich jetzt!“
Der zweite Teil der Show greift ernstere Themen auf und endet im Finalstück „Die Raben“. Makaber und gefühlskalt spricht die Chansonsängerin im schwarzen Kleid über eine ungewöhnliche Art der Bestattung: „Ihr sollt mich nicht verbrennen oder vergraben, gebt mich den Raben.“ Zur Freude des Publikums gibt sie daraufhin jedoch zwei Zugaben. „Ich habe das Gefühl, wir brauchen noch etwas Freches“, erkennt Alix Dudel und versprüht ein letztes Mal bissigen Witz. Unter Jubelrufen wird sie verabschiedet. Und es bleibt nicht aus, dass sie einigen männlichen Zuschauern im Anschluss Autogramme auf das Programmheft gibt.