Verschachtelte Arrangements: Toys For Joy. Fotos: lp

Fest steht: Auch in diesem Jahr wurde ein tolles Programm geboten, außerdem war das Festival so gut organisiert und musikalisch so abwechslungsreich wie nie zuvor. Die Fans, die sich schon nachmittags eingefunden hatten, wurden mit frischen Bands und neuen Klängen belohnt. Den Auftakt machten Skinny Morris, die mit groovigem Rock auf ein langes Festival einstimmten. „Die Band“ gefiel anschließend mit Deutschpop und Coverversionen. Überraschend der Auftritt von „Dr. med. Rasen“, weil eigentlich „Ashbury“ angekündigt war. Hinter den Rasenmedizinern verbarg sich die Abi-Band von der Vikilu, die fetzige Coverversionen unters Volk brachte. Die Newcomer Raid 4 präsentierten danach ihre Version von zeitgemäßer Rockmusik: Interessante Arrangements und ein sympathisches Auftreten zeigte, dass es doch noch Musikernachwuchs in Hameln gibt.

Musikalisch aus dem Rahmen fiel die Elektro-Rock-Band [+] Z.e.t.a. X und war deshalb eine gelungene Abwechslung. Die Musiker, die auf der Bühne von Deko-Figuren sowie Drum- und Basscomputern begleitet wurden, präsentierten einen neuen Gitarristen und ein fast komplett neuesProgramm, denn die Band spielte überwiegend Songs eines Albums, das erst im Herbst weltweit veröffentlicht werden soll. Ebenso interessant: der Auftritt von Toys For Joy, die sich fast zu einer Progressive-Band gemausert haben, mit langen Songs voller verschachtelter Arrangements, zweistimmiger Gesängen und überraschender Brett-Attacken.

Dem Rest des Abends fehlten ein wenig die Spannungsmomente, da die Auftritte zwar motiviert und musikalisch kompetent, jedoch von der Songauswahl her fast identisch mit denen des Vorjahres waren. Von Talkin'' Wire ist man dies gewohnt, spulen die Jungs doch seit fast zehn Jahren das immer wieder gleiche Programm ab. Diesmal schlichen sich jedoch tatsächlich neue Titel ins Programm, so dass sich alle „TW“-Fans auf das längst überfällige neue Album freuen können. Fans von harten Klängen kamen bei der Heavy-MetalCombo Resurrection auf ihre Kosten, die mit filigranen Gitarrenläufen, komplexen eigenen Songs und (zu) vielen MetallicaCoverversionen unterhielt. Zero Zero boten zu später Stunde eine eigenständige, moderne Mischung aus Rock und Crossover.

© Dewezet, 08.07.2003