Unglaublich schön und klasse

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Alles war unglaublich schön und einfach nur klasse! Die „Clown Comedy Show 2002 – Nasen“ fand am Sonntagabend ein großes, begeisterungsfähiges Publikum im Lalu. Der Zusatzname des Hauses im ehrwürdigen HefeHof, „Traumtheater“, war wohl niemals treffender als an diesem Abend.
Begeisterten im Lalu: Junge Clowns.

14 Nasen trafen sich im April 2001 in Hannover an der Schule für Clown, Komik und Theater, im TUT. 18 Monate durchliefen sie die Ausbildung, und nun als staatlich geprüfte Clowns machen sie sich auf den Weg, um Deutschland die hohe Kunst der stillen Komik zu präsentieren. Die sechswöchige Tournee ist vom hohen Norden bis zum Süden des Landes zu sehen und bedeutet für die Künstler, sich zum ersten Mal einem großen Publikum zu präsentieren. Jeder Einzelne zeigte auf der Bühne im Lalu sein Gesellenstück, und jeder Einzelne gab damit eigentlich auch schon sein persönliches Meisterstück preis. Die Ordnung, die sich aus fünf leeren, braunen Getränkekisten und einer grünen Kiste schaffen lässt, darf nicht verkannt werden. Alles mit Tücke und vielen Haken. Superkomisch die Liebesspiele zwischen zwei Schokoküssen, die bei Beendigung des Aktes nur noch als klebrige Masse zwischen den Fingern baumeln. Der Cellospieler, der weinen muss, weil er immer so traurige Musik spielt. Ach, und die Moskita mit ihrer Bügelwäsche, die ist so herzzerreißend süß und warmherzig. Auch der Selbstbausatz „Biu, Boing, Buff“ aus Kartons und Röhren will einfach nicht „schwoben“, nachdem die „Enstallation“ beendet ist. Das Sandwich mit Schlachtermesser im „Trauten Heim“ lässt so manchen Mann im Saal erschauern. Im Schachspiel verliebt sich Bauer Jacob in die weiße Dame, wird aber gnadenlos vom Brett gefegt – „aber morgen küsse ich sie!“. „Mens sana in corpore satioato“ – es geht um die Wurst – ein Pfarrer kämpft um sein kulinarisches Dasein und ist dabei so authentisch, dass das Publikum jubelt, als er endlich die heißbegehrte Salami in Händen hält. Am Ende bietet „Schluss mit lustig“ Einblicke in den Tod. Und hier ist der Tod so niedlich, wie er statt mit Sense mit einem Brotmesser auf Opfersuche geht, dass man gar nicht gemerkt hat, wie schnell doch die Zeit vergangen ist.