„Im Adagio habe ich Engel gehört“

Foto: JT

Ganze elf Personen fanden den Weg in das Lalu im Hefehof. So ging wieder einmal ein Abend mit hohem Genussfaktor am Hamelner Publikum vorbei, der wahrhaftig ein Vielfaches an Publikum verdient hätte.

Wolfgang Kohlhaußen und Katharina Brandl im „Lalu“. Wolfgang Kohlhausen präsentierte einmal mehr profunde Einblicke in sein Können und sein Wissen.

Wo sonst erfährt der Zuhörer mehr über die Komponisten und Stücke als bei diesen Abenden von „fonte di musica“? Das dreiteilige Programm, gegliedert in die Komponisten Paganini, Chopin und Mendelssohn, bedingte die Aufteilung in die Instrumente. Zum Einstieg in den Abend der romantischen Kammermusik wurde die Sonate e-moll (Andante und Allegro) von Paganini gespielt. Gefolgt von Paganinis Cantabile und den Variationen A-Dur. Interpretiert von Wolfgang Kohlhaussen – und nicht nur gespielt, sondern eben auch aus tiefster Seele gelebt. Die begleitenden Zitate aus der zeitgenössischen Presse, wie etwa von Ignatz Kastelli: „Wer Paganini nicht gehört hat, kann keine Ahnung von ihm haben... er fängt dort an, wo andere aufhören.“ Oder Franz Schubert: „Im Adagio habe ich Engel gehört“, lassen den Stellenwert Paganinis zu seiner Zeit erahnen. Interessant die Gegenüberstellung Chopins: „Paganini ist die Vollkommenheit.“ Unmittelbar vor dem von Katharina Brandl intonierten Werken Chopins, der selbst nach gleicher Vollkommenheit auf seinem Instrument, dem Piano, strebte. So befand schon Heinrich Heine: „Dem Chopin muss man Genie zusprechen, er ist nicht nur Virtuose, sondern auch Poet“. Den Abschluss dieses Abends bildete die Sonate F-Dur für Violine und Klavier mit dem Allegro vivace – Adagio – Allegro vivace von Felix Mendelssohn. Wolfgang Kohlhaussen und Katharina Brandl verabschiedeten sich bei einem begeisterten Publikum. Bleibt zu hoffen, dass diese beiden Künstler bei den kommenden Abenden mit Kammermusik auf ein zahlreicheres Publikum treffen.