Hefehof öffnet seine Pforten vom (31.08.2000 / Dewezet)


Nach der Schließung nach nur 20 Jahren Betriebszeit und darauf folgendem jahrelangen Leerstand wurde das Gelände 1907 verkauft und die Anlagen umgebaut. Erwerber und Bauherr war die von fünf Bäckermeistern aus Bremen, Harburg, Emden und Hannover im selben Jahr gegründete „Nord-West-Deutsche Hefe- und Spritwerke Aktiengesellschaft“. 1908 wurde die Hefeproduktion aufgenommen und kontinuierlich ausgebaut. Weitere Gebäude wurden Industriebetrieben vermietet. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Teile der Gebäude bei einem dem angrenzenden Bahnhof geltenden Bombenangriff zerstört. Nach nur drei Jahren gelang der Wiederaufbau. Damals wie heute steht der Erfolg des Unternehmens eng mit dem Namen der Familie Dietz in Verbindung. Nachdem Julius Dietz die „Hefe- und Spritwerke“ zu einem bedeutenden Backhefelieferanten entwickelte, führte Walter Dietz diesen Weg fort und brachte 1975 durch Gründung des Gemeinschaftsunternehmens „Uniferm“ diese Aktivitäten mit denen dreier weiterer Hefeproduzenten erfolgreich zusammen. Durch die Produktionskonzentration auf den Standort Monheim am Rhein wurden auf dem HefeHof zahlreiche Betriebsgebäude funktionslos. Die Bausubstanz begann durch erneuten Leerstand zusehends zu leiden. Spätestens mit Eintritt der dritten Generation Dr. Jobst-Walter Dietz in den Vorstand der AG musste 1996 eine Entscheidung zwischen Erhalt oder Abbruch getroffen werden. Nach einigen Konzeptanläufen hat man sich 1998 in Abstimmung mit der Stadt Hameln für die „Revitalisierung“, den Erhalt durch Umnutzung, entschieden. Durch die Mitte 2000 nahezu abgeschlossene Umbaumaßnahme wurde nicht nur ein wertvolles Zeugnis gründerzeitlicher Industriearchitektur erhalten. Die neu gefundenen Nutzungen wie Shopping- und Gastro-Mall sowie Industrie-Design-Büros fügen sich wie selbstverständlich ein. Der architektonische Spagat, die Verwendung moderner Materialien, Farben und Formen im Inneren und Äußeren der historischen Gebäudehülle, ist geglückt. Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, auch sonst nicht zugängliche Bereiche werden geöffnet. Führungen von 11 bis 17 Uhr, jeweils zur vollen Stunde. Ausgangspunkt ist die alte Dampfmaschine vor dem Hefe-Museum im Erdgeschoss. Darüber hinaus sind an diesem verkaufsoffenen Sonntag die Läden der Shopping-Mall geöffnet. Ein kulturelles Rahmenprogramm sorgt für Abwechslung. Kinder sind zum Mal-Wettbewerb eingeladen. Die gastronomischen Einrichtungen im Erdgeschoss des Hauptgebäudes sorgen für das leibliche Wohl.