Mit Ahoj-Brause durchs Weihnachts-Varieté

Zehnte Auflage im Lalu präsentiert ganz besonderes Programm

Hameln. Die Atmosphäre im ausverkauften Lalu, der Traumfabrik im Hefehof, ist vorweihnachtlich. An weiß eingedeckten Tischen freuen sich die vorwiegend reiferen Gäste auf die Jubiläumsausgabe des „Weihnachts-Varietés“. Zum zehnten Mal haben Christina und Tobias Rademacher aus Haste mit ihrer Eventagentur ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

In dem präsentierten sie vor allem kleinere Formen des Varietés, die hervorragend auf die Räumlichkeit des Lalus abgestellt waren. So etwa die Hula- Hoop-Nummer der charmanten Marina oder die kraftstrotzende Handstandakrobatik des preisgekrönten und sogar im Guinnessbuch der Rekorde erwähnten Gunnar Erik. Am überraschendsten aber war wohl die sensationelle Schattenspielshow von Phil Shadow, der ein ums andere Mal spontanen Applaus für seine kunstvoll erzählten Geschichten und frappierend ähnlichen Promi-Darstellungen wie Alfred Hitchcock oder Tina Turner erntete.

Auch das von der Kulturveranstaltung „In den Höfen“ schon bekannte Comedy-Duo Schroeder und Schultze, auch als „WallStreetTheater“ bekannt, zeigte, wie man mit etwas Mühe und eingezogenem Bauch sogar durch einen Tennisschläger schlüpfen kann. Zwar hätte das furiose Finale der beiden ein „not amused“ der Queen kassiert, das Hamelner Publikum aber applaudierte gewaltig. Verbindendes Element des Abends war die Conférence des überaus witzigen und originellen Leichtmatrosen Nagelritz aus Gelsenkirchen, der im Dialog mit dem Publikum nicht nur Carsten und Odysseus in der ersten Reihe reichlich mit Lachern und massenhaft Ahoj-Brausepulver-Tütchen versorgte, sondern als Mitglied der „Drei-Seemeilen-Kapelle“ auch musikalisch absolut an Deck war. „Wir haben viele Künstler, die sich bei uns bewerben und die hier auftreten wollen“, so Tobias Rademacher. Doch bei der Auswahl gelten professionelle Anforderungen. Wichtig sind den Programmgestaltern vor allem die Abwechslung und das Außergewöhnliche. Rademacher war selber Jongleur und kennt die Branche. „Die Konkurrenz ist groß, denken Sie an die GOP-Varietés in Bad Oeynhausen und Hannover, da muss man sich schon etwas ganz Spezielles einfallen lassen“, sagt er.

Und das ist den Veranstaltern wieder einmal gelungen. Wer’s verpasst hat, der hat am Freitagabend eine neue Chance. Einige Karten zum kultigen Weihnachts-Varieté sind noch zu haben – reichlich Tütchen mit Ahoj-Brause inklusive.

Von Ernst August Wolf

Dewezet 28.11.2014