Drive gegen den November-Blues

Jazzband „Ellingtones“ aus Hannover stellt im Lalu neue CD mit Weihnachtssongs vor

Hameln. „Stimmig für jeden Anlass“ ist das Motto der Jazzband „Ellingtones“ aus Hannover. Ob Stadtfest, Firmengala oder Hochzeitsfeier – in variabler Besetzung, mit breitem Repertoire und abwechslungsreichen Stilrichtungen treffen die Musiker den passenden Ton. Auf leise Klänge, auf dezenten Lounge-Jazz verstehen sie sich ebenso wie auf tanzbare Grooves. Diese Vielseitigkeit bewies „Ellingtones“ einmal mehr mit einem vorweihnachtlichen Programm, das sie als Quartett im Lalu, der Traumfabrik im Hamelner Hefehof, präsentierten.

So recht trauten die Zuhörer ihren Ohren nicht, als Sängerin Anne Prenzler „Santa Claus is coming up to town“ in den dämmrigen, von farbigen Scheinwerfern sparsam beleuchteten Raum schmetterte. Die vier Musiker nutzten die Gelegenheit, um für ihre Auftritte beim Weihnachtsmarkt am Hauptbahnhof Hannover zu proben und für ihre CD mit Weihnachtssongs zu werben. Bekannte Titel wie „White Christmas“, „Last Christmas“, „Have yourself a merry little Christmas“ oder „Sleigh Ride“ kleiden sie in ein neues, jazziges Gewand. Die Kunst des Coverns beherrscht die Band perfekt. Was „Ellingtones“ mit ihrem großen Namenspatron Duke Ellington verbindet, ist die Vorliebe für traditionellen, vitalen Jazz, der aus jeder Sequenz ihrer Darbietungen herauszuhören ist.

Immer wieder aufbrandender Beifall würdigte im Lalu den Einfallsreichtum und die virtuosen Glanzleistungen des Pianisten, Keyboarders und Arrangeurs Helge Adam ebenso wie die unwiderstehliche Intensität, durch die sich das Spiel von Michael Cammann am Kontrabass und Raphael Becker-Foss am Schlagzeug auszeichnete. „Mir ist kalt, der Weg ist leer, diese Nacht ist grau, kalt und schwer...“, heißt es in einem Lied der Band „Juli“. Grau und kalt war auch der Konzertabend, an dem sich Weihnachtsstimmung noch nicht so recht einstellen mochte. Gut, dass die „Ellingtones“ mit ihrer Version des Juli-Songs dem Refrain „Ich liebe dieses Leben“ einen fetzigen Rahmen gaben und mit Drive den November-Blues vertrieben.

Von Christine Longère Dewezet 25.11.13