Wichtiger Schritt zur Berufswahl

Bildungsministerin Wanka in Hameln/HefeHof
Hameln.

Die Schecks über zusammen rund 385000 Euro sind sozusagen schon in den Händen der Akademie Überlingen und der FAA Bildungsgesellschaft Nord in Hameln. Ausgestellt vom Bundesbildungsministerium, um ein Berufsorientierungsprojekt (BOP) für Siebt- und Achtklässler von Haupt- und Realschulen zu fördern. Gestern nahm Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) in Augenschein, was da mit den Geldern aus ihrem Haus in Hameln geschieht – und war nach dem Besuch der beiden Bildungsinstitutionen sichtlich zufrieden. Allein 689 Schüler der verschiedensten Schulen aus Hameln und dem Landkreis durchliefen bei der Akademie Überlingen eine Potenzialanalyse, in der es vor allem um Stärken und Schwächen der Kandidaten geht. Sieben Berufsfelder bietet die Akademie den Schülern für zehn Arbeitstage zum Testen an. Fünf Felder muss jedes Kind auswählen. Dann wird an jeweils zwei Tagen erprobt, ob sich eventuell aus dieser ersten Erfahrung ein Berufswunsch, verbunden mit dem nötigen Talent und Ehrgeiz ableiten lässt.

Angeleitet werden die Schülerinnen und Schüler dabei sowohl bei der Akademie als auch in der FAA – abgeleitet von Facharbeiterausbildung – von erfahrenen Berufspraktikern. In der ersten Phase des BOP ging es um Branchen wie die Gastronomie, Garten- und Landschaftsbau, den IT-Bereich und Medien, den Handel, Farbe und Raumgestaltung, Holz sowie Kraftfahrzeuge und Metall. Für 399 Schüler hat die Akademie bereits die Planung für die zweite Phase gemacht. Bei der FAA sollen es ab Sommer 2014 bis Ende 2015 sogar 616 junge Menschen sein, die das Programm durchlaufen, das auch mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit abgestimmt wird und für jeden einzelnen Schüler ausgewertet wird, um ihm eine berufliche Perspektive mit auf den Weg zu einem schulischen Abschluss zu geben. 500 Euro lässt sich das Bundesbildungsministerium die Berufsorientierung jedes einzelnen Kindes kosten, wenn sich denn ein Bildungsträger findet, der den entsprechenden Antrag stellt und sein Konzept die Billigung des Ministeriums findet, denn pro Kind muss auch der Bildungsträger 300 Euro beisteuern. Mit 200 Euro wird die dreitägige Potenzialanalyse vom Ministerium bezuschusst, 300 Euro kosten die „Werkstatttage“, wie sie von der FAA bezeichnet werden. „Für die zweite Phase fließen allein rund 21 Millionen Euro nach Niedersachsen“, erläuterte die Ministerin das Volumen dieser Berufsbildungsinitiative. Hameln sei mit zwei Bildungsträgern dabei besonders gut aufgestellt, erklärte Johanna Wanka. „In anderen Regionen interessieren sich deutlich weniger Institute für diese Art der Arbeit.“

Johanna Wanka war auf Einladung des CDU-Landratskandidaten Uwe Schünemann nach Hameln gekommen und besuchte neben der Akademie Überlingen und der FAA Bildungsgesellschaft Nord auch die Technische Akademie. Bei den Gesprächen dort ging es nach ihren Angaben vor allem um das Konzept der „offenen Hochschule“ und eine „modulare“ Ausbildung. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (Mitte) unterhält sich mit zwei Schülerinnen der Johann Comenius Schule aus Emmerthal, die gerade die Potenzialanalyse durchlaufen haben. Links Uwe Schünemann, rechts die FAA-Betriebsstättenleiterin Corinna Bruns-Pennartz. wft

Von Wolfhard F. TRuchseß Dewezet 02.10.13