Alles andere als eine aufgewärmte Revival-Show

Alles andere als eine aufgewärmte Revival-Show
Die Hamelner IG Beat präsentierte im Lalu mit der Gruppe „Stone“ die Alternative zu Jagger und Co.
Von Ernst August Wolf Hameln. Dewezet 18.06.2007

Seit nunmehr zehn Jahren präsentiert die private Kulturinitiative „IG Beat“ den Hamelner Fans Rockmusik vom Feinsten. Und auch mit der Verpflichtung der Hamburger Stones-Coverband „Stone“ gelang Werner Horstmannshoff sowie Ursula und Wolfgang Dammeier wieder ein musikalischer Volltreffer. Die 1990 gegründete Formation demonstrierte im proppenvollen Lalu eindrucksvoll ihre absolute Kompetenz in Sachen Rolling Stones. Ein Gespür für fein akzentuierte Details Die Musiker um Frontmann Joachim Georg „Hoogi“ Hoog boten dem begeisterten Hamelner Publikum alles andere als eine aufge-wärmte Revival-Show. Ihr Konzert sparte neben allen knallharten Rolling-Stones-Klassikern auch die lyrischen Balladen der Edel-Rock’n’Roller nicht aus. Wenngleich im Aussehen ganz und gar nicht an Mick Jagger erinnernd, so bot Joachim Georg Hoog doch in Stimmlage, Mimik, Körpersprache und aggressiver Ausstrahlung eine faszinierende Bühnenshow ganz dicht am Original. Nicht nur gestisch und durch ihr Repertoire wusste „Stone“ zu überzeugen, auch in der musikalischen Gestaltung bewies die Hamburger Truppe Gespür für fein akzentuierte Details. Neben Frontmann „Hoogi“ Hoog riss vor allem Uwe Drauschke mit einigen Saxo-phon-Soli das Publikum hin, aber auch die Gitarristen Werner Voss und Joachim Parduhn ließen es rocken, während sich „Dr. Seltsam“ Robert Gast am Keyboard als Tastenkünstler erwies und Schlagzeuger Arno Albrecht nicht nur rhythmisch, sondern angesichts der Hitze auch körperlich eine Klasseleistung ablieferte. Was „Stone“ über die Rampe dröhnen ließ, war keine billige Parodie, sondern authentischer, originalgetreuer Stones-Sound, eine perfekte Mischung zwischen laut und vulgär, zart und samtweich, immer aber druckvoll, enga-giert, geradlinig, kompromiss-los und aus vollem Herzen rübergebracht. Das bei anderen Gelegenheiten ab und an spröde Hamelner Publikum ließ sich bereitwillig hin- und mitreißen und bewies dankbar stellenweise gute Mitmachqualitäten. Dank der privaten, unbezuschussten Kulturinitiative der IG Beat gab’s an diesem Konzertabend die volle Dröhnung, „Satisfaction“ und Stones-Feeling satt. Man darf auf das IG Beat-DezemberKonzert schon gespannt sein.