„Revival“-Nacht mit krachendem Rock und soften Beatles-Songs

Dewezet, 7. März 2007

„Revival"-Nacht mit krachendem Rock und soften Beatles-Songs

Dewezet-„Nachtausgabe": Der Funke zündete bei den Cover-Hits

Von Karin Rohr

Hameln. Verblüffung im Publikum: Dieser krachende Rock mit Gitarrengewitter, hämmerndem Keyboard und wummernden Bässen sollen die Beatles sein? Ratlosigkeit machte sich zum Auftakt der Dewezet-„Nachtausgabe" am Montagabend im „Lalu" breit. Von der Beatles Revival Band aus Frankfurt, die noch vor zwei Jahren mit schnörkellosen Songs der Liverpooler Pilzköpfe die Zuhörer begeisterte, hatte man sich offenbar etwas anderes erwartet.

 „Wir machen mal was Neues. Mal sehen, wie’s ankommt", verkündete Robby Matthes, der „Paul McCartney" der „Fab Four" vom Main, und stieß zumindest bei denen, die sich bereitwillig auf diesen neuen Sound der Revivals einließen, nicht auf taube Ohren. Denn die Truppe ist richtig gut, auch wenn sie die Beatles & Co. verfremdet, mit einer Prise „Stones" peitschend aufmischt und gegen softe Kurven harte Kanten setzt. Zwischendurch aber blitzen sie immer wieder auf – die Beatles und ihre legendären Songs. Egal, in welcher Verpackung, ob als Fusion oder straight.

- Ein gewaltiger Chor

aus textsicheren Fans –

 Am liebsten ist den Oldie-Fans an diesem Abend der authentische Sound von Hits wie „I Feel Fine", „Lady Madonna", „Eleonor Rigby", „I Want To Hold Your Hand", „A Hard Day’s Night" oder „Hey Jude". Da springt der Funke über, wippen die Füße, wird im Publikum getanzt und mitgesungen. Bei „Eight Days A Week" oder „Lucy In The Sky With Diamonds" werden die Zuhörer selbst aktiv, bilden einen stimmgewaltigen Chor. Hut ab vor so viel Textsicherheit. Davon träumt wohl jede Band.

 Feuerzeuge blitzen auf, als „Yesterday" erklingt. „Das ist ganz wie früher. Dafür nimmt man gern eine längere Pause in Kauf", bekennt ein Konzertbesucher. Und so wird diese „Revival"-Nacht doch noch zur Beatles-Nacht für Oldie-Fans. Auch wenn die Band zwischendurch immer wieder mal ihr ganz eigenes Ding dreht, zeigt, was sie sonst noch so drauf hat, es mit fettem Sound fetzen lässt. Spätestens bei den Cover-Hits aus dem Beatles-Songbook aber werden die vier Hessen zur Inkarnation der Liverpooler. Kaum einen Klassiker lassen sie aus. Jubel und Begeisterung branden auf, Hände gehen in die Höhe, es wird geschunkelt und getwistet. „Help", die 60er sind wieder da und mit ihnen das quietschgelbe U-Boot, ein rockiger Beethoven und am Ende – als Tribut an den großen John Lennon – ein geradezu hymnisches „Imagine". Schade nur, dass Verstärker-Probleme an diesem Abend für Misstöne sorgten.