Gepfeffert: „Ende der Schonung“ mit der Leipziger Pfeffermühle

Ausverkauftes Haus für die Gäste aus Sachsen im Lalu im Hefehof
Von Andrea Gerstenberger 09.09.07 Dewezet. Hameln.

Freitagabend im Lalu: Besuch aus Sachsen. Zwei Stunden lang präsentierte das Ensemble der Leipziger Pfeffermühle „Ende der Schonung“ vor ausverkauftem Haus. Das Gastgeschenk, das die Kabarettisten Ute Loeck, Jan Gärtig und Marco Schiedt mitgebracht hatte, wurde vom Publikum angenommen. Zwar fehlte dem temporeichen Programm mit viel Musik von Helmut Schwarze am Piano und Steffen Reichelt an den Drums, der tagespolitische Bezug, aber sonst ließ es kaum Wünsche offen. Da gab es als Auftakt zu den Klängen aus dem Dsch(K)ungelbuch einen Kurs in Staatsbürgerkunde – „Ein Politiker mit gutem Gewissen hat nur ein schlechtes Gedächtnis“, bevor Jan Gärtig und Marco Schiedt als gelungene Simon & Garfunkel-Parodie statt Mrs. Robinson, die Queen aus der Uckermark besangen. Den ein oder anderen Lacher, der im Halse stecken blieb, bescherte die grandiose Talkshow-Nummer mit einem amerikanischen Hinrichtungsspezialisten, der so nett naiv und doch zugleich zynisch für die effektivsten Methoden seiner Branche warb. Mit Marco Schiedt als fast perfektem Double eines George W., – zweifellos ein Höhepunkt des Abends. Leichtere Kost war die Parodie eines Roger Ciecero, als Jan Gärtig sang: „Clowns regieren die Welt“. Makaberer dann wieder die „Selbstbestimmte Bestattung“, die uns die komplizierte Trennung des Sondermülls Mensch vor Augen führte. Wohin mit den angesammelten Schwermetallen, Pestiziden und dem vielen Silikon fragten sich Ute Loeck und Marco Schiedt vor einem begeisterten Publikum, das später als Zugabe mit einer Parodie über die Rollings Stones mit „Satisfaction“ für lang anhaltenden Applaus belohnt werden sollte. Nach fast zwei Stunden Schauspiel und Gesang auf hohem Niveau überraschte das Ensemble unter der Regie von Jost Ingolf Kittel erst noch mit einer bemerkenswerten stimmlichen Leistung. In Form einer Kantate, die von Ute Loeck und Jan Gärtig mit Bravour vorgetragen wurde, und in Anlehnung an Texte aus der Heiligen Schrift wurde Angela Merkels Verhältnis zum amerikanischen Präsidenten beleuchtet. Ein beeindruckender Schlusspunkt eines gelungenen Abends im Hefehof.