"Undercover" mit Bonds Titelmelodie im Lalu gestartet "Unique" mit bemerkenswerten Improvisationen der Musikstudenten aus Hannover in Lalus Traumfabrik

Von Dorothee Balzereit
Hameln. "Undercover" - so auch der Name ihres Programms - eröffnete die Band Unique im Lalu den Jazz-Club mit der Titelmelodie von Geheimagent James Bond, und die klang in der groovigen Version schon mal vielversprechend.

Mit Arrangements der Police-Songs "Every little thing she does" als Latin-Jazz Variante und "Seven days" im 5/4 Takt, sowie "Peel my grape" von Diana Krall hatte die Band die reine Jazz-Ecke dann aber auch schon ausgelotet. Das allerdings makellos: Das brillante Zusammenspiel von Helge Adam (Piano) Dennis Schöne (Bass) und Raffael Becker-Foss am Schlagzeug war gekrönt von bemerkenswerten Improvisationen der Musikstudenten aus Hannover.

Souverän brachte sich der Hamelner Raffael Becker-Foss, der kurzfristig für den eigentlichen Schlagzeuger Thomas Richter eingesprungen war, ein. Sängerin Anne Prenzler präsentierte nicht nur eine ausbaufähige tolle Stimme, sie war auch in der Lage, jene verheißungsvolle Leidenschaft hineinzulegen, ohne die alle Technik öde wirkt.

Wenn die Dame den Herren uncharmant bittet ihr Trauben und Pfirsiche zu schälen, um ihr daraus ein Kissen zu machen wie in "Peel my grape", läuft Prenzler zu großer Form auf. Sie brachte Feuer in die Musik, und davon ließ sich auch Helge Adam, der mit der Sängerin bereits als Duo Erfahrungen sammelte, am Piano oder am Synthesizer anpeitschen.
Danach gab es das, was die Band am liebsten anvisiert: Coverversionen von Pop-Songs jeglicher Couleur. Der Bass wurde gegen den E-Bass gewechselt und die Bearbeitungen von Stevie Wonders Hits wie "I wish" und "Don't you worry about things" zeigten den gewissen Schwung, der sich sogleich mit Wippeffekt im Publikum niederschlug.

Das erfrischend junge Publikum füllte das Lalu an diesem Abend zwar nicht ganz aus, erwies sich dafür aber als begeistert und aufmerksam. Dass man selbst Britney Spears auf ansprechende Weise covern kann, bewies das Quartett im zweiten Set, indem sie dem Song "Baby one more time" des amerikanischen Kunstprodukts eine natürliche Laszivität verliehen, der Spears vergeblich hinterherquäkt.

Knistern musste es zwangsläufig auch beim leidenschaftlichen hingehauchten "Fever", während man bei "I can see clearly now" der guten Laune einfach ihren Lauf ließ. Zwischen Band und Publikum hatte es eh gefunkt und mit "Nur ein Wort" der Band Wir sind Helden zeigte Unique, dass man eigentlich alles machen kann, auf das "Wie" kommt es an. Ihre Vielseitigkeit bewies diese junge Formation, die bereits Gigs in "Angies Nightclub" (Schmidts Tivoli) in Hamburg und im Energiecafe in Bremen hatte, mit einer eher ungewöhnlichen Zugabe: Mit einem wunderschönen fast weihnachtlich-besinnlichen irischen Segenslied wurde das Publikum in eine träumerische Atmosphäre voller Schneeflocken entlassen.

© Dewezet, 29.11.2005