Energieschübe für den Erfolg - Jörg Löhr zeigt, wie motiviert wird

(Dewezet 31.01.05)
Von Karin Rohr

Hameln. Nein, der Mann ist kein Kabarettist, auch wenn er mit pointiertem Witz Befindlichkeiten im Berufsleben seziert und dabei entlarvend spöttisch Alltagssituationen aufs Korn nimmt. Jörg Löhr, einer der erfolgreichsten und kompetentesten Motivations- und Persönlichkeitstrainer in Europa meint es ernst. Diese Ernsthaftigkeit aber schließt das Lachen nicht aus. Soll sie auch nicht. "Mit Begeisterung zum Erfolg" war das Seminar betitelt, zu dem gestern Mittag der Lions Club Hameln in Kooperation mit dem AdU ins Weserbergland-Zentrum eingeladen hatte. Ein Benefiz-Seminar - zugunsten der Afrika-Hilfe "visions für children" und der Hamelner Tafel.

Eloquent und witzig: Erfolgstrainer Jörg Löhr.
"Think pink!" lautet die britische Erfolgsformel für positives Denken. Optimismus - das haben Verhaltensforscher aller Nationen erkannt - ist die Basis für ein energiegeladenes Leben, für Power und Leistungskraft. Die Wirtschaft macht sich das längst nutzbar und setzt auf entsprechende Trainingsmethoden.
Jörg Löhr weiß, wovon er redet: Der Augsburger Universitäts-Dozent und einstige Handball-Spitzensportler, des sen Referenzen im Firmenbereich sich wie das "Who''s Who" der Unternehmenswelt lesen, paart Wissen mit ansteckender Begeisterungsfähigkeit und richtet so ein "positives Buffet" an, bei dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen bedienen können.

Sein Credo: Nicht Jammern, sondern handeln. Das heißt: Die "Komfortzone" mit Sofa und Fernseher bewusst verlassen und sich "draußen" dem ständigen Wandel stellen - mit Vollgas den "Spaß" außerhalb der Komfortzone suchen, dabei limitierende Überzeugungen hinterfragen, neue suchen und visualisieren. Und: "Viel lesen", sagt Jörg Löhr. Wichtigstes Instrument: Die Emotion. "Wer mit ihr nicht auf Du und Du steht, scheitert", sagt der Persönlichkeitstrainer. Emotionale Intelligenz wird das gern genannt.
Jörg Löhr arbeitet mit Bildern, mit plakativen Beispielen, sucht immer wieder den interaktiven Kontakt mit dem Publikum, das zu Hunderten ins WBZ geströmt ist, um ihm zuzuhören. Locker und mit viel Humor nähert er sich Themen wie "Zustandsmanagement", erklärt anschaulich, wie der Blickwinkel den Zustand beeinflusst, dieser wiederum das Verhalten bestimmt und was dabei als Resultat herauskommt. Macht die Gegenprobe: Was wäre, wenn ich so und so reagiert hätte? Aha, begriffen. Auch die Brillen-Nummer zieht: Da werden positive "79er" gegen negative "21er" ins Feld geführt. Aufschlag: Optimisten gegen Pessimisten. Klar, wer gewinnt: Jener, der die gleichgültige Masse überzeugen und hinter sich bringen kann.

Sigmund Freud kommt aufs Tapet, Körperhaltung, Ausstrahlung, sinnliche Wahrnehmung werden analysiert. Und schließlich ist das Thema Erfolg dran, wird buchstäblich von E (wie Einheit) bis G (wie Grenzen überschreiten) unter die Lupe genommen. Bei der Mitarbeiter-Motivation ist Team-Geist gefragt und ist am Ende spielerisch belegt.
Den vielen "79ern" im Publikum gibt Jörg Löhr noch einen Ausspruch von Norman Vincent Peal mit auf den Weg: "Optimisten weigern sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Sie weigern sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen."