„Man muss den Angstfaktor einfach ablegen“

Wachstumsinitiative der Weserbergland AG gestartet / Hamelner Unternehmer verriet Erfolgsrezept Hameln (CK).
(04.11.2004)

Start frei für die Wachstumsinitiative der Weserbergland AG: Am Dienstagabend im Lalu auf dem Hefehof stellte Vorstand Dr. Carsten Bartsch zahlreichen Unternehmern aus Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg das neue Projekt der AG vor, das kleinen und mittelständischen Unternehmen helfen soll, neue Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.

Warben für die Weserbergland AG: Hans Jürgen Krauß, Walter Waske, Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Dr. Carsten Bartsch. Foto: Wal           Wie das geht, verdeutlichte Bartsch zu Anfang: Drei Tage können Firmen individuell und kostenlos mit Unternehmensberatern zusammenarbeiten, die Themen aufgreifen, die für die Zukunft des Betriebes wichtig sind.

„Dies ist ein Ansatz, um heimischen Firmen beim Wachsen zu helfen, denn Neugründungen gibt es praktisch nicht mehr“, sagte Oberkreisdirektor Hans Jürgen Krauß. Er riet den Unternehmern, ihr eigenes Potenzial zu nutzen und sich Rat bei der Weserbergland AG zu holen.

In Schaumburg ist es dank der A 2 zwar etwas einfacher, Investoren anzulocken, aber die Bestandspflege hat auch hier einen hohen Stellenwert, wie Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier betonte. Und er räumte zugleich ein, dass es nicht immer leicht war, die Politik von der Weserbergland AG zu überzeugen. Denn die drei Landkreise geben zwar Geld, das Sagen in der AG aber hat die Wirtschaft.

Und deren Rückgrat ist der Mittelstand. „Er ist auch der Garant für Ausbildung“, so Landrat Walter Waske, der selbst 29 Jahre lang selbstständig war und der sich nach eigenem Bekunden in dieser Zeit eine Einrichtung wie die Weserbergland AG gewünscht hätte.
Die ist eine „interessante Institution“, wird aber noch vielfach unterschätzt. Das jedenfalls meint Frank-Borris Baum, Geschäftsführer von Car Akustik. In einem temperamentvollen Vortrag schilderte er den Gästen im Lalu seinen erfolgreichen Weg in die Selbstständigkeit, der im Alter von 22 Jahren begann und seit nunmehr 15 Jahren andauert.

„Trotz Niederlagen habe ich stets an meinen Zielen festgehalten. Man muss emotional nachdenken und fest an sich glauben“, riet er den Anwesenden. Die Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens am Hastenbecker Weg sind Kommunikation und Navigation, außerdem Car Hifi. „Für jedes Produkt gibt es einen Markt. Man muss nur die Nischen erkennen“, glaubt der 37-Jährige, der für sich das Franchisesystem entdeckt hat und bereits 35 solcher Betriebe hat.
Und weil man die Ziele hochstecken muss, peilt er für nächstes Jahr mindestens 40 Franchisepartner an und irgendwann sogar 100. Das Erfolgsrezept des jungen Hamelner Unternehmers, der übrigens auch der Sozialkomponente einen hohen Stellenwert einräumt: „Man muss den Angstfaktor ablegen und sich sein Ziel als bereits erreicht vorstellen.“