Hamelner Newcomer mit bewegter Vergangenheit

Hamelner Bands im Porträt: 180° spielen am 23. Oktober bei der Hefe-Hof-Rocknacht in der Traumfabrik Lalu
(Dewezet, 15.10.2004)
Von Cord Wilhelm Kiel

Hameln. Allen Unkenrufen zum Trotz, die besagen, dass es in Hameln zwar gute, aber dafür schon seit Jahren arrivierte Gruppen und nichts wirklich Neues gibt, steht mit 180° (sprich: hundertachtzig Grad) eine Band in den Startlöchern, die sich im Herbst 2002 gefunden hat und sich selbst auf folgende Art und Weise charakterisiert: „Wir proben regelmäßig und sind motiviert sowie zielstrebig in dem, was wir machen! Immer auf der Suche nach Auftritten, spielen wir überall wo Publikum und eine Steckdose ist...“


2002 gegründet: die Hamelner Band 180°
Unter diesem Motto wird auch der Auftritt von 180° am Sonnabend, dem 23. Oktober, im Rahmen der vierten HefeHof-Rocknacht in der Traumfabrik Lalu stehen, wo sich die Newcomer-Band live die Ehre gibt. Nun, eine Steckdose wird es im Lalu sicherlich geben, und wohl auch Publikum, das den selbst komponierten Songs des Quartetts eine Chance geben wird. Interessant dürfte es auf jeden Fall sein, was von 180° in den nächsten Monaten und Jahren noch zu sehen und hören sein wird, denn die beteiligten Musiker versprechen eine interessante Mischung.

180° bestehen seit ihrer Bandgründung aus Gerald Mai (Gesang), Dieter Brackhahn (Gitarre, Gesang), Maximilian Scheibner (Bassgitarre) und Stefan Schäfer (Schlagzeug). Dieter Brackhahn und Gerald Mai waren bis Anfang 2002 mit anderen Musikern unter dem Bandnamen „end effect“ bei verschiedenen Veranstaltungen dabei; unter anderem spielten sie bei „Rock am See“, auf dem „Bornum Open Air“, bei „Rock im Schloss“ in Bad Pyrmont und beim „Niedersächsischen Rock- und Pop-Preis“ in Lüneburg.

Maximilian Scheibner (kurz „Maxi“) hatte als Bassist der Band „Red Star Orange“ zwischen 1991 und 2000 diverse Auftritte in der Region und darüber hinaus, unter anderem im hannoverschen „Capitol“, in der „Sumpfblume“ oder beim Wietzen Open Air. „Red Star Orange“ wurden eine Zeitlang mit diversen Plattenfirmen in Verbindung gebracht und als beste Band der Region gehypt, konnten den wirklichen Durchbruch dann aber doch nicht schaffen.

Wie auch immer, „Maxi“ stieß im Sommer 2002 zu „end effect“ und übernahm den Basspart. Im Herbst 2002 stieß Stefan Schäfer zur Band, mit 20 Jahren der Jüngste der Truppe. Stefan ist ebenfalls Schlagzeuger und Perkussionist in einem Blasorchester. In neuer Besetzung, mit neuer Energie und neuen musikalischen Einflüssen wurde schließlich auch ein neuer Bandname gefunden und als „180°“ ein Neuanfang gestartet.

Musikalisch haben 180° noch keine passende Schublade zur Charakterisierung ihres Sounds gefunden, die Band bewegt sich nach eigenen Angaben „in einem Bereich zwischen Nils Frevert und Selig. Wir versuchen interessante, moderne Rockmusik mit deutschen Texten zu machen, entsprechen aber weniger dem Deutschrock-Klischee.“ Alle Songs von 180° kommen aus eigener Feder. Bereits kurz nach der Bandgründung, im April 2003, waren die Jungs im Studio und haben eine Demo-CD mit drei Titeln aufgenommen, die das musikalische Spektrum der Band widerspiegeln. Seit Herbst 2003 gibt es auch die Band-Homepage www.180gradonline.de, auf der aktuelle Konzerttermine bekannt gegeben, Presseberichte veröffentlicht und die Musiker vorgestellt werden.

Nach der vierten Hefehof-Rocknacht wird dann ein weiterer Konzertbericht dazukommen, wenn 180° vor hoffentlich vielen begeisterten Zuschauern im Lalu gespielt haben werden.