Gar funkelnd diese Art von Simon - das war so schön...

Dewezet-Nachtausgabe im Lalu: ein Revival-Duo, 170 Fans
(Dewezet, 06.10.2004)
Von Jens Meyer Hameln.

Waren die jetzt besser als das Original? Möglich... Jedenfalls stellten sich diese Frage etliche Besucher des Konzertes der "Simon&Garfunkel Revival Band" am Montagabend im Hefehof-"Lalu". Ausverkauft war die Traumfabrik, und mancher treue Fan hatte plötzlich so wässrige Augen: "Das ist ja so schööön..."
Wahrhaft waren es große Gefühle, die Michael Frank und Thomas Heinke bei der Dewezet-Nachtausgabe mit Songs wie "The sounds of silence", "Mrs. Robinson" und, ja, selbstverständlichnatürlichlogischerweise "Bridge over troubled water" aufwarfen wie der Sturm die Wellen im Meer. Und war es nicht eine Welle der Sympathie, die den beiden Erfurtern dann auch entgegen schwappte?

Die beiden Saitenstreichler haben sich, obgleich schon viele eigene Songs komponiert, den Hits des einstigen US-Erfolgsduos verschrieben. "Die Initialzündung gab das Konzert im Central Park. Wir haben die Griffe gelernt, obwohl man kaum Notenmaterial bekommen konnte, haben aus Schallplatten Akkorde und Melodielinien herausgehört und alles aufgesaugt", sagen die beiden, die sich schon aus der Schule kennen.

Bereits 1970 war''s mit der gemeinsamen Karriere von Simon&Garfunkel vorbei, doch das Vergangenheitsfahrtskommando Frank/Heinke driftete jetzt spielerisch und mühelos ab in jene Zeiten, in denen die akustische Klampfe noch was galt. Mit einfachsten Mitteln Mucke machen, so wie damals, so macht das heute die Revival-Band und spannt dabei den Bogen von den Anfängen mit "The sounds of silence" und Homeward Bound" über das betrommelte "Cecilia" bis hin zur Solo-Ära von Paul Simon mit den "50 ways to leave your lover" und dem augenzwinkernden "You can call me Al".

Ein höchst gelungener Abend im "Lalu". Nichts wirkte antiquiert, nichts überzogen, und wer denn zu sentimental zu werden drohte, den riss Michael Frank, dessen Humor so trocken ist wie der ausgeschenkte Rotwein und der seine thüringische Herkunft eben nicht ganz verbergen konnte ("Saimen end Goafonkel"), mit seinen Späßchen aus der Vergangenheitslethargie. Das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass viele der begeisterten Besucher dann doch tief in Erinnerungen schwelgend über die "Bridge over troubled Weser" heimfuhren.