Die „Freunde des Theaters“ auf Casanovas Pfaden

Förderverein beschreitet mit der Aufführung der „Dia Musicana-Produktion“ im Lalu im Hefehof neue Wege
Von Edith Handelsmann

Hameln. Um den Mann, der nicht nur Frauenheld, sondern auch Theologe, Schriftsteller, Erfinder, Mathematiker, Übersetzer, Lotteriedirektor, Theatergeiger, Diplomat, Geheimagent und Paradeoffizier war, näher kennen zu lernen, konnte es sehr hilfreich sein, am Samstag


Charmanter Frauenheld
Casanova! Was für ein Name, welche Bilder entstehen vor dem geistigen Auge? Noch heute verbindet sich der Name in Liebesdingen mit amourösen Abenteuern, mit Geheimnissen und mit Männern, die der Weiblichkeit besonders zugetan sind. Und doch wird der Ruf dem Mann nicht gerecht; hatte er doch sehr viel mehr zu bieten als die vielen Liebschaften.

Um das angekratzte Ansehen wieder ins rechte Licht zu rücken, inszeniert Georg A. Weth seine „Dia Musicana-Produktion“, die das Leben und Wirken spannend und interessant aufzeigte. Mit dieser Veranstaltung beschreitet der Förderverein „Freunde des Theaters“ neue Wege. Und vorweg: Die erste Veranstaltung dieser Art ist gelungen!

Die Damen Gabriele Kniesel und Annette Grewe paradieren in Rokoko-Kostümen vor Beginn der Veranstaltung durch das Publikum, nehmen erste Kontakte auf und lassen sich auch mal mit einem Handkuss verwöhnen. Georg A. Weth erscheint im zeitgerechten Gehrock und verzaubert das Publikum vom ersten Moment an. Auf der neben ihm installierten Leinwand erscheinen zu seinen gesprochenen Worten Dias, die den Eindruck des Erzählten verstärken und fesseln.

Die Reisewege Casanovas werden nachempfunden – schließlich hat er mehr als einundfünfzigtausend Kilometer zurück gelegt. Drei Jahre hat Weth recherchiert, nichts dem Zufall überlassen und so ein Bild des Herzensbrechers geschaffen, das das negative Image beseitigt.

Darüber hinaus zeigten die Darsteller Szenen aus dem Leben Casanovas, aus seinem Theaterstück „Das Polemos kop“ und machten die Veranstaltung noch ein Stück mehr zu einer Überraschung. Auch der Ausspruch einer der wenigen Nachkommen des Italieners, Elisabeth-Joe Harriet, erfüllt die Anwesenden mit einem großen Zauber: „Casanovas sind und werden immer sehr rar gesät sein und sind in jeder Beziehung der größte Glücksfall, der einer Frau begegnen kann!“

Und um dieses Glück wahr werden zu lassen, bedarf es seitens des Mannes weniger der Potenz als der Intelligenz, der Lebensfreude und der Phantasie.